Im Wandel der Zeit...

1927

Ein loser Zusammenschluss von Heubacher Idealisten und Flugsportbegeisterten.

1930

Flugmodelle werden gebaut, federführend sind Emil Hablitzel und Franz Entzmann.

1932

Am 15.12. wird die Flug- und Arbeitsgemeinschaft Heubach (FAG) gegründet, erster Vorstand wird Paul Vogelmann. Man beschließt auch gleich den Bau eines ersten Gleitflugzeugs nach Plänen von Segelflugpionier Wolf Hirth.

1933

Hi 1, 1933Bau eines Gleitflugzeugs vom Typ „Hi 1“. Beim Bau werden mangels technischem Fachwissen einige Kameraden der FAG Bettringen zur Hilfe geholt. Als Werkstatt dient die Malerwerkstatt Vogelmann.

Am 27.6.1933 wird der „Hi 1“ auf dem Marktplatz in Heubach auf den Namen  „Stadt Heubach“ getauft.

1934

Beginn der Arbeiten an einem zweiten Flugzeug, einem „Grunau Baby II“. Diesmal wird in einer alten Scheune der SuSa-Werke gebaut, da die Malerwerkstatt Vogelmann zu klein wird. Die Werkstoffe - Holz und Leinen - werden von Heubacher Betrieben erworben oder erbettelt, nur die Baupläne werden gekauft. Um den weiteren Bau zu finanzieren, werden hin und wieder Haussammlungen durchgeführt.

1936

Grunau Baby II, 1936Taufe des „Grunau Baby II“ am 17.5. auf dem Heubacher Marktplatz auf den Namen „Rosenstein“. Geflogen wird auf dem Messelberg, dem Hornberg, auf dem Lindenfeld und der Teck, wo eine große Zahl von A-; B-; und C-Prüfungen abgelegt wird.

Modellflieger Anton Rieg gewinnt mit seinem selbst konstruierten  Modell den Rhönwettbewerb 1936. Als Preis erhält er einen großen  Werkzeugkasten(!)

Die FAG Heubach wird in das NSFK (national-sozialistisches Fliegerkorps) integriert. Somit steht nicht mehr nur Fliegen auf dem Plan sondern auch "Wehrertüchtigung".

1940

Im ersten Kriegsjahr gelingt Max Grupp am 12. Mai ein letzter größerer Flug mit dem „Baby“: Eine Flugzeit von mehr als 5h und 1200m Startüberhöhung - die Bedingungen für das silberne Leistungsabzeichen sind erfüllt!

1945

Mit dem Einzug vieler Mitglieder zum Wehrdienst im Laufe der Kriegsjahre verliert sich die Gruppe mehr und mehr. Nur selten sind am Wochenende genügend Leute für einen Flugbetrieb aufzutreiben.
Mit dem Zusammenbruch an der Westfront im März 1945 wird das Kriegsende auch unterm Rosenstein absehbar. Die eingemotteten Flugzeuge werden  ins Auhölzle verbracht und dort wohl in einer Scheune eingelagert.
Kurz vor dem Einrücken der Amerikaner am 22.4.1945 werden alle Gerätschaften vernichtet. Die nachfolgenden Jahre des absoluten Flugverbots für deutsche Staatsangehörige hat jedenfalls kein Flugzeug überlebt.

1945
   -
1951

 
Nach dem Krieg ist den Deutschen jede Art von Flugsport strengstens untersagt. Erst sechs Jahre nach Kriegsende wird der Segelflug wieder zugelassen und erst 1955 erhält die junge Bundesrepublik ihre Lufthohheit zurück.
 

1951

Die FAG Heubach wird am 2. Mai wiedergegründet. Erster Vorsitzender wird Richard Scherrüble. Es wird gleichzeitig der Bau eines Schulgleiters „SG 38“ beschlossen.

Als Werkstatt dient eine ehemalige Reichs-Arbeitsdienst-Baracke, die im aufgelassenen Pioniersteinbruch oberhalb der Bartholomäer Steige errichtet wird.

Die Erstausstattung der Werkstatt wird von Fabrikant Fritz Spiesshofer (Triumph International AG) gestiftet.

Beginn der Arbeiten am „SG 38“.

1952

Schulgleiter SG 38, 1952Fertigstellung des „SG 38“ und anschließende Taufe auf dem Heubacher Marktplatz auf „Stadt Heubach“. Mit dem „SG 38“ wird im Frühjahr 1952 der Flugbetrieb auf dem Lindenfeld wieder aufgenommen.

Beschluss zum Bau eines „Grunau Baby III“.

1954

Grunau Baby III, 1954Fertigstellung des „Grunau Baby III“ nach mehr als 400 Arbeitsstunden. Getauft wird es dann auf den Namen „Rosenstein“. Mit dem „Grunau Baby III“ kann dann der Flug-betrieb auf dem Hornberg aufgenommen werden.

1956

Da auf dem Hornberg mittels einer Seilwinde gestartet wird, ist die FAG auf andere Vereine angewiesen. Um Abhilfe zu schaffen, wird auf ein altes Opel „Blitz“-Chassis ein Windenmotor mit 135PS montiert.

1957

Scheibe L-Spatz 55, 1957Kauf eines „L-Spatz 55“ im rohbaufertigen Zustand. Dieser wird nach ca. 2500 Arbeitsstunden fertig und im September 1957 auf den Namen „Michael Braun“ getauft. Gesponsert wird der Kauf von der Firma Triumph International.

1958

Die Gruppe kann im Sommer ihr erstes Fluglager auf dem Flugplatz Elchingen durchführen. Dazu werden alle Flugzeuge samt Seilwinde und Rückholwagen im Konvoi nach Elchingen gefahren.

Während des Lagers werden viele Überlandflüge gemacht, so z.B. auch von Rudolf Schell. Er fliegt mit dem Spatz nach Linz, ca.320km!

Die freiwillige Feuerwehr Heubach erhält den ausgedienten „SG 38“ für ihre Hauptübung, die unter dem Motto „Flugzeugabsturz“ steht.

1959

Schleicher Ka 7 Da sich immer mehr Jugendliche für das Segelfliegen begeistern, und die Schulung  - mittlerweile an der Flugschule Hornberg - sehr teuer ist, wird eine ebenfalls rohbaufertige Ka 7 „Rhönadler“ gekauft. Mit diesem Doppelsitzer sind eine moderne Schulung im Verein und Überlandflüge möglich.

1960

Nach mehr als 4000 Werkstattstunden kann die Ka 7 am 30.1.1960 im evangelischen Gemeindehaus auf den Namen „Fritz Spießhofer“ getauft werden.

1963

Schleicher Ka 4 Für die Ausbildung des sehr zahlreichen Fliegernachwuchses wird ein weiterer Doppelsitzer vom Typ Ka 4 „Rhönlerche II“ (auch „Rhönstein“) von einer bayrischen Fliegergruppe gebraucht erworben.

1964

Die FAG Heubach wird in Fliegergruppe Heubach e.V. umbenannt und als eingetragener Verein anerkannt.

Schleicher Ka 8B, 1964Durch die Vielzahl an Fliegergruppen auf dem Hornberg, ist dort kein normaler Flugbetrieb mehr möglich, sodass man versucht in Elchingen zu fliegen. Dieses Vorhaben scheitert allerdings wenig später.

Kauf  einer   im   Rohbau   befindlichen Ka  8,   und    Fertigstellung  über   den Winter 1964/65.

1965

Da die alte RAD-Baracke, welche als Werkstatt dient, zu klein ist und baufällig wird, beschließt man den Bau eines Neubaus unterhalb der Baracke.

Scheibe SF 27, 1965Kauf eines Hochleistungssegel-flugzeugs vom Typ „SF 27“. Die Taufe findet am 4.10.1965,  auf den Namen der Heubacher Partnerstadt "Stadt Laxou", statt.

1966

Verkauf des  „Grunau Baby III“

Baubeginn am neuen Werkstattgebäude.

1967

Schleicher Ka 6E, 1967Verkauf der ausgedienten Ka 4 „Rhönlerche“.

Dafür wird eine neue Ka 6E erworben. Dieser Hochleistungseinsitzer besitzt 15m Spannweite und ist, wie die „SF 27“, in Gemischtbauweise aufgebaut.

 

1970

Werkstatt-Einweihung, 1970Nach 4 Jahren Bauzeit und 10.000 Arbeitsstunden kann die neue Fliegerwerkstatt mit ca. 300m² Nutzfläche am 28.11.1970 eingeweiht werden.

1972

Scheibe SF 25, 1972Kauf eines Motorseglers vom Typ SF 25C „Falke“ mit 60PS Limbach-Motor.

Erschließung des neuen Fluggeländes Bartholomä-Amalienhof, auf dem von nun an Die Fliegergruppe Heubach und die Akaflieg Stuttgart gemeinsam fliegen. In den Folgejahren entstehen eine Flugzeughalle, und ein Vereinsheim.

An dieser Stelle sei auch nochmals unseren Fliegerkameraden Fridolin Wohlfahrth und Siegfried Perzl gedankt, welche es überhaupt erst ermöglichten, dass der Flugplatz heute so erschlossen ist, wie kaum ein Anderer in der Region.

1975

Schempp-Hirth Standard Cirrus, 1975Kauf eines „Standard Cirrus“ der Firma Schempp-Hirth. Der Cirrus ist komplett aus GFK, und ist somit das erste Kunststoff-Flugzeug der Fliegergruppe Heubach. Er wird auf „Falke vom Rosenstein“ getauft.

1977

Die Fliegergruppe Fellbach kommt auf den Amalienhof, wo auch für die „Fellbacher“ wieder ein geregelter Flugbetrieb möglich ist.

Baubeginn am Fliegerheim der Fliegergruppe Heubach und der Akaflieg Stuttgart. Die Fliegergruppe Fellbach bezieht später einen Raum, der als Flugleitung geplant war.

 1978

Schleicher ASW 19, 1978Durch den Verkauf der veralteten „SF 27“ kann man eine Rohbaufertige „ASW 19“ erwerben, welche dann ebenfalls in der Werkstatt vollendet wird.

Im Sommer macht die ganze Gruppe Fliegerurlaub in Lienz-Nikolsdorf/Österreich. Dabei werden wichtige Erfahrungen beim Segeln in den Alpen gesammelt, und etliche schöne Flüge gemacht.

1979

Grob Flugzeugbau Astir CS, 1979Nach dem Verkauf der Ka 6E kann der „Astir CS“ eines Fliegerkameraden übernommen werden. Bei einer gemeinsamen Taufe werden der „Astir CS“ auf „Siegfried Schlude“, und die „ASW 19“ auf „Richard Scherrüble“ getauft

1981

Die Gruppe veranstaltet erneut ein Alpenfluglager. Diesmal in Niederöblarn-Ennstal/ Österreich. Mit dabei sind die drei Kunststoffmaschinen des Vereins.

1983

Ein Schulungsdoppelsitzer vom Typ „ASK 21“ ersetzt die Ka 7 und die Ka 8. Die Ka 7 wird an eine britische Flugschule verkauft.

Zur 50-Jahr-Feier wird der Fliegerheim-Rohbau auf dem Flugplatz der Öffentlichkeit präsentiert, und die ASK 21 auf „Stadt Heubach“ getauft. An drei Festtagen wird das bestehen der Gruppe gebührend gefeiert.

1984

Hoffmann H36 Anstelle des alten Motorseglers wird eine neue H 36 „Dimona“ gekauft, welche ebenfalls aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) hergestellt ist.

1985

Im Frühjahr wird das in 8 Jahren Arbeit entstandene Fliegerheim feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Der Std. Cirrus wird durch das leistungsstärkere Wölbklappen-Flugzeug „ASW 20BL“ ersetzt.

1986

Schleicher ASW 20BL, 2004Im Rahmen der Taufe der „ASW 20BL“ auf „Waidhofen a. d. Thaya“, einer Heubacher Partnerstadt, findet ein Festwochenende mit Flugzeugausstellung auf dem Marktplatz statt.

1990

Ein „Discus b“ ersetzt die ältere „ASW 19“. Der „Discus b“ ist mitunter das erfolgreichste Segelflugzeug seit 1985.

1992

Anstelle der H 36 „Dimona“ wird das Nachfolgemodell HK 36R „Super Dimona“ als Bruch gekauft und in den folgenden Monaten wieder aufgebaut.

1997

Rolladen-Schneider LS-4, 2008Die „ASK 21“ wird grundüberholt und neu lackiert.

Ein „LS-4“-Bruch wird günstig ge-kauft und wieder flugfähig aufgebaut.

1999

Die alte, zu schwach gewordene Seilwinde wird durch eine neue, leistungsstärkere Winde ersetzt. Mit der neuen 330PS starken Doppeltrommel-Seilwinde können auch große und schwere Flugzeuge mühelos auf Höhe gebracht werden.

2000

Durch den Verkauf des „Astir CS“ kann ein neuer „Duo Discus“ erworben werden. Dieser wird im Sommer des folgenden Jahres auf den Namen „sagenhafter Albuch“ getauft.

2004

Diamond Aircraft HK 36TTC Im Winter 2003/04 wird eine gebrauchte HK 36TTC „Super Dimona“ aus Texas/USA erworben, und innerhalb von vier Wochen nach Deutschland überführt. Mit dieser Maschine sind auch F-Schlepps problemlos möglich.

Die Fliegerjugend stellt nach nur 10 Monaten Bauzeit ihren Flugsimulator "FluSi-Libelle" fertig.

2005

Am 15.September wird das "Segelfluggelände Bartholomä-Amalienhof"  offiziell zum "Sonderlandeplatz Bartholomä-Amalienhof" mit der ICAO-Kennung EDPU, und ist somit auch für Sportflugzeuge ohne Außenlandegenehmigung offen.

2007

Zum Jahreswechsel nimmt die sehr aktive Jugendgruppe ein neues Projekt in Angriff: Aus Wolfgang Dallachs "Sunrise"-Prototyp entsteht der erste doppelsitzige Flugsimulator für Motor- und Segelflug.

Mit dem Beginn der Saison 2007 sind alle Segelflugzeuge der Gruppe mit dem Kollisionswarngerät "FLARM" ausgestattet.

2008

Im Juli wird anlässlich des Flugplatzfests in Heubach das 75jährige Vereinsjubiläum begangen. Neben der Taufe der Super Dimona auf "Stadt Lauscha" wird von der aktiven Fliegerjugend auch die neu gestaltete LS-4 der Öffentlichkeit präsentiert.

2009

Im Zuge der Flugzeugpark-Erneuerung werden die ASW 20BL und die LS-4 Ende März gegen eine "LS 8-18" ersetzt. Mit variabler Spannweite, harmlosen Flugeigenschaften und hervorragenden Leistungen ist die LS 8 das ideale Allround-Talent für Alleinflugschulung und Leistungssegelflug.
Engpässe bei den Flugzeugen gibt es aber nicht, denn zusätzlich stehen nun auch ein "Standard Cirrus" und eine Ka 4 "Rhönlerche II" aus privater Hand der Gruppe zur Verfügung.

2010

Im Frühjahr wird der Flugsimulator "Sunrise" fertig. Mit der originalen Steuerung ist dieser Simulator wohl der weltweit erste Ultraleicht-Flugsimulator.

2012

Sunrise und FluSi-Libelle auf der AERO 2012Nachdem bereits im Vorjahr die "Sunrise" auf der internationalen Luftfahrtausstellung AERO in Friedrichshafen zu sehen war, sind im April beide Flugsimulatoren der Fliegerjugend auf der AERO vertreten.

Für die Initiatoren der Projekte ist die Einladung an den Bodensee eine besondere Ehre: Neun Jahre zuvor entstand auf eben dieser Messe die Idee zum Bau der "FluSi-Libelle".

 


Letzte Aktualisierung am 29.04.2012 (fw)