Jahresrückblick 2015


Liebe Pilotinnen und Piloten,

liebe Freunde und Förderer der Fliegergruppe Heubach,

das Jahr 2015 war ein Jahr für uns selbst. Da wir keine großen Feste oder Veranstaltungen durchführten, konnten und wollten wir uns alle dem eigenen Vereinsleben widmen. Ich behaupte, das haben wir geschafft. Im vergangenen Jahr folgte eine „Aktion“ nach der anderen und ich versuche einmal, diese Menge an Highlights in Worte und Bilder zu fassen. An dieser Stelle ein Dank an unseren Schriftführer und Jugendleiter Nico Schäffauer, der mich bei der Erstellung dieses Newsletters tatkräftig unterstützt hat.


Oma ist bei den Flugschülern heiß begehrt

Die Anmeldungen zum Schnuppern deuteten schon im Frühjahr auf sehr viel Arbeit für unsere Fluglehrer hin. Doch auch unsere  „Oma“ (Spitzname des Schulflugzeuges ASK 21) bekam dies zu spüren.  Aber durch ihre Gutmütigkeit war es für sie kein Problem. Dazu gesellten sich die Flugschüler, die bereits letztes und vorletztes Jahr ihre Ausbildung begannen: Niklas Liebhart, Kim Turlach, Michael Wengert und Felix Miorin. Henrik Bülau wird nach einem Jahr Pause in diesem Jahr wieder „abheben“.

Und hier unsere „Neuen“:

                

          Luca Schmidt                     Silas Gerhard              Joachim (Jogy) Schuler      Jonas Fanenbruck

Das macht zusammen 8 Schüler im ersten Ausbildungsabschnitt – eine Menge Holz für unsere „Flight Instructors“, wie unsere Lehrer seit diesem Jahr in der nun europaweit gültigen Ausbildungsverordnung genannt werden. Da kamen unsere Fluglehreranwärter Stephen Kaminski und Daniel Wiedmann mit erfolgreich abgeschlossenem Lehrgang gerade recht – euch beiden ein Dankeschön, dass ihr die „Last“ der Ausbildung geschultert habt. Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Lehrgang. Man kann an dieser Stelle schon verraten, dass die beiden ihre Anwärterzeit zum Saisonsende erfolgreich abgeschlossen haben.


Ausbildungslager Pfingsten

Eigentlich ist es ein Pfingstfluglager, aber das konnten wir aus oben genannten Rahmenbedingungen ganz getrost in ein Ausbildungslager umbenennen: Schulstarts ohne Ende! Morgens Aushallen, abends Einhallen, dazwischen ganz viel fliegen – unsere umgebaute Winde hat in diesem Fliegerlager ihre Bewährungsprobe erfolgreich abgelegt. Hier noch einmal ein großer Dank an Bruno Staib, Berthold Heinzmann und Fridolin (Fidde) Wohlfarth.


Das undankbare Geschäft

Alle (sechs) Jahre wieder müssen an unserem Motorsegler die Steuerseile für das Seitenruder getauscht werden. Die bestehen aus 6 Einzelseilen, die natürlich passgenau über die verschiedenen Umlenkrollen und Übersetzungsstangen montiert werden müssen. Um überhaupt an die ganzen Seile heranzukommen, müssen so „Kleinigkeiten“ wie zum Beispiel der Tank und die Sitze ausgebaut werden. Trotz Astralkörpers des Motorseglerwartes war eine gewisse Verrenkungsakrobatik notwendig (mein gequältes Lächeln bestätigt die unbequeme Position). Aber am Abend des Tages haben wir es doch geschafft. Einen riesen Dank an unsere Werkstattprofis Frank und Peter Walz!


Sommerferien!

Traditionell am ersten Freitag der Sommerferien haben wir wieder für die Gemeinden Heubach, Bartholomä und Abtsgmünd unser Ferienfliegen durchgeführt. Da oft auch die Eltern der Kids den Tag auf dem Flugplatz verbringen, versteckt sich hinter dieser Aktion inzwischen eine nicht zu verachtende logistische Planung, dem Hunger und Durst musste erfolgreich begegnet werden. Wie immer hatten die Teilnehmer einen riesen Spaß am Fliegen und Beiprogramm.
  


Fluglager!

Einen Tag nach dem Ferienfliegen stiegen wir direkt in unser Sommerfluglager ein. Da ging es richtig rund! Unsere junge Generation, bestehend aus den Flugschülern und der Jugendgruppe, war im Laufe der letzten Flugtage zusammengewachsen und lief inzwischen zur Höchstform auf, wenn es um die Gestaltung des Flug- und Nichtflugbetriebs ging.


Erstes Sommer-Highlight: Michael Wengert („D'r Wengert“) legt die A-Prüfung ab

Souverän hat er seine ersten 3 Alleinflüge absolviert. Natürlich waren an diesem schönen Tag alle drei Vereine auf dem Flugplatz stark vertreten und konnten Michael das für die Thermiksuche nötige Gefühl im Hinterteil reinklopfen. Da musste das eine oder andere Mal gekühlt werden!


Zweites Sommer-Highlight: Vereinsausflug nach Gunzenhausen

Jahrelang probiert und nie 100%ig geschafft – jetzt war es uns gelungen. Ein Vereinsausflug auf dem Luftweg zu einem anderen Flugplatz mit allen Flugzeugen. Dieses Jahr hatten wir Gunzenhausen ins Auge gefasst und die Kurslinie in die Karten eingetragen. Dank bestem Wetter sind die Segelflieger nach ca. eineinhalb bis zwei Stunden in Gunzenhausen angekommen. Wer nicht im Segelflugzeug war, wurde mit unserem Motorsegler und der von Heubach gecharterten DR400 einschließlich Gepäck und Zelten nach Gunzenhausen geflogen. Gut, dass in den beiden Motorflugzeugen viel Laderaum vorhanden ist … Abends hat uns der Flugverein von Gunzenhausen an einem fantastischen BBQ teilnehmen lassen, wo wir bis spät in die Nacht viel Spaß gehabt haben – unvergesslich bleibt Stephens Versuch, wie er durch die geschlossene Terrassentür laufen wollte. Sein Experiment scheiterte jedoch hör- und sichtbar.

 

Drittes Sommer-Highlight: Niklas Liebhart legt die A-Prüfung ab

Auch Niklas absolvierte seine ersten 3 Alleinflüge souverän. Auch ihn traf das harte Los, sich ein „Variometer eichen“ zu lassen. Allerdings versuchte er, seinen Kameraden auszuweichen. So dauerte es etwas länger und es wurde dunkel – ich bitte die schlechte Qualität der Bilder zu entschuldigen … aber es war eine Riesengaudi!

 

 

Viertes Sommer-Highlight: das fliegende Sofa

Leider hatte der letzte fliegende Teppich mangels zuverlässigem und robusten Material sehr schnell den Dienst quittiert. Aber unserer Jugendgruppe ist keine Herausforderung zu schwer. Mit Teamwork und viel Erfindungsgeist entwickelte sie ein neues Geschoss: das fliegende Sofa. Unter fachkundiger Anleitung derjenigen, die schon Erfahrung mit fliegenden Teppichen hatten, entstand die nächste Generation der „fliegenden Nichtfluggeräte“. Durch die windschnittige Bauweise erreichte das doppelsitzige Sofa 80 km/h im Windenschlepp – ohne abzuheben. Allerdings waren die Kufen zu schwach dimensioniert. Deshalb müssen diese zur nächsten Saison erneuert werden. Die unten stehenden Bilder zeigen die Montagearbeiten, die Fahrversuche mit Auto und die Erprobungspiloten kurz vor dem ersten Windenstart (man sieht schon den Lepo mit den Seilen kommen…).

 

Fünftes Sommer-Highlight: Dickie Hoppenstedt im Europapark

Was tut man nach dem Fluglager? Es geht in den Europapark und man verbringt den Tag damit, sich mit den Achterbahnen das Gehirn schwindelig zu fahren. Bei der Hin- und Rückfahrt schauten wir uns bekannte Filme und Sketche von Loriot an, was dazu führte, dass wir in der finalen Fahrt im Silver Star zu Dicki Hoppenstedt mutierten…


Jahresnachprüfung

Auch dieser Ausdruck ist in der Reform des europäischen Luftrechts nicht mehr zu finden – nun ist es eine Überprüfung der Lufttüchtigkeit, die aber immer noch jährlich durchgeführt werden muss. Dank unseres bewährten Werkstattteams kamen die Flugzeuge ohne Beanstandung durch die Kontrolle und dürfen auch nächstes Jahr munter durch die Luft düsen. Da alle mit angepackt haben, konnten wir mit den frisch geprüften Fliegern noch ein paar Runden drehen.

 

Im Herbst wird’s Frühling

Der Herbst kam dieses Jahr nur auf dem Kalender. Das Wetter scherte sich nicht wirklich darum. So konnten wir bei traumhaften Wetterlagen noch beeindruckende Flüge unternehmen. Wir nutzen die Möglichkeit, den Propeller vom Motorsegler tauschen zu lassen. Wie die Steuerseile muss dieser alle 6 Jahre getauscht werden. Dieser Flug war besonders beeindruckend, weil uns ein kleiner Herbststurm namens „Heini“ mit 40 – 50 Knoten nach Straubing geschoben hat. Dies trug – zumindest auf dem Hinflug – zur Freude der Piloten bei. Auf dem Rückflug freuten wir uns, weil es kostenlose Mützen vom Propellerhersteller gab …

 


 

Der Almabtrieb mit Udo Jürgens

Wir hatten schon einige interessante Programmpunkte an Almabtrieben: Sketche, Ratespiele und ein wenig Musik. Doch am vergangenen Fest bebte das Publikum vor guter Stimmung. Bernd und Nico hatten sich eine Spielshow ausgedacht, bei der sie das „Generationen-Team 2015“ suchten. Die Teams kämpften sich durch verschiedene Aufgaben wie Backerbsenschlagen oder einem Gesangswettbewerb. Flugschülerin Luca Schmidt und Fluglehrer Stephen Kaminski holten den Titel, da sie das Publikum mit dem Lied „Macho Macho“ überzeugten.

Musikalisch unterstützte unsere Vereinsband „Strömungsabriss“ den Abend. Passend dazu war die vor 4 Jahren gegründete Band neu aufgestellt. Zu den Gründungsmitgliedern – Roland Rusch (Gitarre u. Gesang), Bernd Wiedmann (Keyboard und Bass), Daniel Wiedmann (Schlagzeug) und Nico Schäffauer (Akkordeon u. Gesang) – gesellten sich die Neulinge Kim Turlach (Akkordeon) und Jonas Fanenbruck (Saxophon) dazu. Dieser „neue Sound“ kam bei den Gästen sichtlich gut an. Es wurde geklatscht und getanzt. Die Band belohnte dies mit einem Medley mit den bekanntesten Titeln von Udo Jürgens – selbstverständlich in weißem Bademantel mit rotem Handtuch.

 






Oma bekommt ein neues Kleid

Bei unserem ältesten Flieger im Stall – unserer ASK21, war jetzt endgültig eine Neulackierung fällig. Die Risse, die von Frank und Peter in den vergangenen Wintern aufarbeitet wurden, lassen sich inzwischen nicht mehr wegpolieren. So haben wir uns im November dazu entschlossen, den Flieger neu lackieren zu lassen. Das kostet natürlich eine ganze Menge Geld und wir sind dankbar dafür, dass uns die Raiffeisenbank Rosenstein mit 1.000€ und  Privatspender (zur Zeit ebenfalls € 1.000) unterstützen. Auch die Stadt Heubach hat angekündigt, einen Beitrag zu leisten. Derzeit ist der von uns beauftragte luftfahrttechnische Betrieb in Slowenien dabei, unseren Flieger wie fast neu aussehen zu lassen. Ende Januar können wir unsere Oma wieder abholen.


Und was passiert in 2016?

… da weiter machen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben.

Die Werkstattarbeiten sind im vollen Gang. In den Flugzeugen Duo Discus und im Discus werden die neuen 8,33-MHz-Funkgeräte eingebaut. Damit sind nun alle Flugzeuge mit der in Zukunft geforderten Avionikausrüstung ausgestattet. Zusätzlich bekommt unser Duo neue E-Varios und einen neuen Flugrechner mit GPS, der das Überlandfliegen noch angenehmer macht. An der Dimona werden allerlei Ausbesserungsarbeiten an Lack und Oberfläche vorgenommen.

Unsere Jahreshauptversammlung findet am 19. März um 14:00 Uhr im Fliegerheim statt, im Anschluss startet die Aktivenversammlung, an der unter anderem die neusten Änderungen in der Gesetzgebung der Luftfahrt bekanntgegeben werden.

Die Fliegerlager an Pfingsten in Bartholomä und in den Sommerferien in Winzeln sind schon organisiert und unser Engagement am Heubacher Stadtfest nimmt planungsmäßig bereits Fahrt auf. Unsere Band „Strömungsabriss“ ist schon fleißig am Proben!

Wie ihr seht, ist bei uns einiges los. 2016 wird ein abwechslungsreiches Jahr werden. Der Erhalt unserer Flugzeuge und Immobilien benötigt immer wieder den einen oder anderen Euro. Zusätzlich fordert der Gesetzgeber immer wieder Ausrüstungsupdates, die zusätzlich ins Geld gehen – wie zum Beispiel die Funkgeräte. Die Alten hätten bestimmt noch Jahre ihren Dienst getan. So wird aber ein Invest von ca. 1.000 € pro Flugzeug notwendig. Das Geld muss man erst einmal „reinfliegen“.

Ich würde mich deshalb riesig freuen, wenn sich der eine oder andere Spender finden ließe, mit einem Beitrag unsere Vereinsarbeiten, die agile Jugendgruppe oder die Neulackierung der ASK 21 noch zu unterstützen.


Für die kommende Saison wünsche ich uns viele schöne Flüge und Ausflüge. Auf dem Almabtrieb 2016 möchte ich vor allem auf ein wieder unfallfreies Jahr zurückblicken können.


Many happy landings wünscht Euer

 


Letzte Aktualisierung am 09.02.2016 (ls)